Gefährliche sexuell übertragbare Erreger
Hepatitis B-Virus
Die Hepatitis B ist weltweit eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten. Für die frauenärztliche Praxis ist sie besonders wichtig, da die Infektion meistens über sexuelle Kontakt, auch Speichelaustausch, stattfindet. Auch in bzw. nach einer Schwangerschaft ist bei infektiösen, an Hepatitis B erkrankten Frauen mit schweren Komplikationen zu rechnen.
Erkrankung
Erreger ist das Hepatitis B - Virus (HBV, "dane" - Partikel).
Die Viren werden durch Blut, Blutbestandteile, Körperflüssigkeiten und vor allem sexuelle Kontakte übertragen.
Die Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit mit ca. 300 Millionen Virusträgern! In manchen Ländern sind bis zu 30% der Bevölkerung betroffen.
Die Hepatitis zeigt in ca. 1% einen fulminanten Krankheitsverlauf mit meist tödlichem Verlauf. Bei etwa 10% aller Erkrankten wird die Hepatitis B chronisch mit möglichen bleibenden Leberschäden und Übergang in eine Leberzirrhose und Leberkrebs. Bei Kindern werden bis zu 90% aller Erkrankungen chronisch!
Wer soll geimpft werden?
Jeder!
Nach STIKO-Empfehlungen soll die Impfung schon im 4. Lebensmonat beginnen.
Von den Krankenkassen wird die Hepatitis B-Impfung bis 18 bei Jungen und Mädchen übernommen. Daher wird in unserer Praxis auch bei allen jungen Mädchen unter 18 der Impfschutz für Hepatitis B überprüft.
Ab 18 wird die Hepatitis B-Impfung nur noch in seltenen Ausnahmen übernommen.
Impfschema
Die Grundimmunisierung besteht aus 3 Injektionen. Die ersten beiden Injektionen werden in einem Abstand von 4 Wochen durchgeführt, die dritte Injektion erfolgt nach etwa 6 Monaten. Alternativ kann ein beschleunigtes Schema mit 3 Injektionen im Abstand von jeweils 4 Wochen vorgenommen werden.
Nach 10 Jahren wird der Impfschutz überprüft (Titer-Kontrolle) und bei Notwendigkeit aufgefrischt.
Die Impfung wird durch eine Injektion intramuskulär üblicherweise in den Oberarm vorgenommen und ist eine der am besten verträglichen Impfungen überhaupt.